Veränderung 2018 – meine Ziele und ich

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Veränderung 2018 – meine Ziele und ich

Das Jahresende naht, Silvester steht ins Haus – die Zeit der guten Vorsätze ist gekommen! „Ich will mir einen neuen Job suchen, in dem ich endlich Karriere machen kann!“, „Ich will regelmäßig drei Mal die Woche joggen gehen.“, „Ich will mit dem Rauchen aufhören.“ – die Liste ließe sich beliebig fortführen. Dass wir Wünsche an uns und auch an andere haben, ist klar, denn so können wir uns entwickeln und weiterkommen. Was ich jedoch noch nie verstanden habe, war, dass viele Menschen sich dafür ein offizielles Datum wie den Starttermin 1. Januar suchen. Denn verändern können wir uns doch immer – oder? Wenn wir uns wirklich sicher sind, dass es genau DAS Ziel ist, was wir anstreben, dann sollte das doch auch ohne Silvesterfeuerwerk möglich sein!

Warum fällt verändern uns so schwer?

Wenn wir uns nicht verändern würden, blieben wir immer gleich. Und obwohl wir das eigentlich auch nicht wollen, haben wir dennoch unsere liebe Mühe damit, unsere guten Vorsätze zu halten. Ich glaube, dass ein Grund dafür ist, dass wir unsere Ziele oft nicht genau reflektiert und hinterfragt haben. Denn nur für ein gutes Ziel können wir die Energie und Motivation aufbringen, die mitunter nötig sind, um einen auch immer mal steinigen Weg zu gehen.

Angst vor Veränderung ist eine starke Bremse für alles Neue. Wer kann uns garantieren, dass sich unser Einsatz lohnt? Leider niemand – wir müssen es wirklich selber wollen! Oft gibt es auf dem Weg zum Ziel aber bereits Anzeichen, ob wir in die richtige Richtung laufen. “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” (Erich Kästner) bringt es auf den Punkt – nur wenn wir uns ausprobieren, kann unser Einsatz auch Früchte tragen.

Daher ist eine wichtige Frage, ob mein Ziel wirklich zu mir passt – und nicht den Vorstellungen anderer über mich entspringt. Ein Beispiel aus der Praxis: Frank strebt eine Führungsposition im IT-Bereich an – bislang jedoch ohne Erfolg. Im Verlauf des Coachings stellt sich heraus, dass er sehr introvertiert ist und es liebt, stunden- oder sogar tagelang konzentriert über einer Applikationsentwicklung zu brüten. Ihm wird klar, dass das Ziel, Director IT zu werden, nicht im Einklang mit seiner Persönlichkeit steht, sondern mehr mit den Erwartungen anderer an ihn zu tun hat. Er beschließt, sich nicht hierarchisch, sondern fachlich weiterzuentwickeln, und bewirbt sich auf Stellen, die eine Vertiefung seiner Themen bei gleichzeitig hoher fachlicher Verantwortung bieten – mit Erfolg. Dieser neu gewählte Karriereschritt, das neu definierte Ziel, steht im Einklang mit seinen eigenen Wünschen.

Auch eine Hidden Agenda kann uns abhalten – unser vordergründiges Ziel ist nicht das, was wir eigentlich wollen. Wir gestehen uns dies aber nicht ein. Oder möchten es anderen gegenüber nicht zugeben. Vielleicht erhoffen wir uns Anerkennung, indem wir etwas Bestimmtes erreichen, stehen aber selber nicht dahinter.

Viele kennen auch den inneren Schweinehund – unser Couch-Potato-Ich, das nur sehr schwer zum Handeln, geschweige denn zur Hartnäckigkeit motiviert werden kann. Denn es repräsentiert unseren Wunsch nach Ruhe und auch Faulheit. Dieses Faultier in uns kann nur durch besonders gute und schlüssige Argumente überzeugt werden.

Eine unklare oder negative Zielformulierung ist ebenfalls hinderlich. Wenn Sie z.B. „Ich wäre gerne erfolgreich.“ wählen, fehlt der konkrete Bezug zum Ergebnis, d.h. es ist unklar, wie genau Ihr Erfolg aussehen würde. Dies ist jedoch nötig, um darauf hin zu wirken. Auch Formulierungen, die „kein“ oder „nicht“ enthalten, sind nicht sinnvoll. Hier möchte ich an das Beispiel vom Rosa Elefanten erinnern: „Denken Sie jetzt NICHT an einen rosa Elefanten!“

Schöne Ziele machen Spaß!

Es ist also wichtig, uns die positiven Aspekte unserer Ziele vor Augen zu führen. Meine Erfahrung ist, dass eine gute und wohl reflektierte Zieldefinition enorm hilfreich ist. Dafür finde ich das Konzept der SMARTen Ziele sehr gut geeignet. Der englische Begriff meint:
A good target is
S specific
M measurable
A attractive
R realistic
T time-related

Ein gutes Ziel soll also spezifisch, messbar, attraktiv/erstrebenswert, realistisch sein und einen konkreten Zeitbezug haben. Auch die Formulierung ist wichtig: Das Ziel sollte in der Ich-Form, im Präsenz und ganz konkret benannt werden. Konjunktive wie hätte, wäre, wenn, sind daher tabu.

Ein Beispiel: Ich steigere den Umsatz meiner Abteilung bis zum… auf …. anstatt: Ich würde ganz gerne den Umsatz meiner Abteilung steigern. Letzteres ist eine vage Aussage, für welche es dementsprechend schwer fällt, die eigenen Kräfte zu mobilisieren. Diese sind aber nötig, wenn es sich um große und wichtige Ziele handelt. Investieren Sie daher Zeit in Ihre Ziele!

Was sind meine eigenen Ziele?

Vielleicht ist für Sie der Jahreswechsel ein guter Anlass, vielleicht sind es andere Faktoren, die Sie gerade bewegen. Ich möchte Ihnen einige Fragen vorstellen, die Sie für die Klärung Ihrer persönlichen und beruflichen Ziele verwenden können. Die Reflexion der Fragen kann Ihnen Einblicke in Ihre eigenen Motive geben und Ihre Energie für Ihre Vorhaben stärken.

Reflexionsfragen

      • Wie lautet meine Zielfdefinition (SMARTes Ziel)?
      • Was ist meine persönliche Motivation für mein Ziel?
      • Inwieweit steht dieses Ziel im Einklang mit meinen persönlichen Werten?
      • Bin ich es, der dieses Ziel erreichen möchte? Oder werde ich von anderen Menschen oder äußeren Faktoren dazu angetrieben?
      • Was verändert sich dadurch, dass ich mein Ziel erreiche?
      • Wie passt dieses Ziel in meinen Lebensplan (kurz-, mittel- und langfristig)?
      • Woran erkenne ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?
      • Welches Gefühl gibt mir die Vorstellung, mein Ziel zu verwirklichen?
      • Liegt es in meiner Hand, mein Ziel zu erreichen? Oder gibt es externe Faktoren, die berücksichtigt werden müssen?
      • Welche Auswirkungen hat das Erreichen des Ziels auf mein jetziges Leben?
      • Welche Hilfsmittel und Ressourcen sind nötig, um mein Ziel zu verwirklichen (Know-How, andere Menschen, Technik, Geld, Zeit, Fähigkeiten, Motivation, Kreativivät, Ausdauer etc.)?
      • Wer kann mich beim Erreichen des Ziels unterstützen?
      • Wie lautet meine ggf. modifizierte Zielfdefinition?

Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg

sagte Laotse vor mehr als 2600 Jahren. Und auch, wenn natürlich nicht alles im Leben über unsere Planung geschieht, steckt hierin doch viel Wahrheit. (Nicht nur) für 2018 wünsche ich Ihnen einen guten Start für Ihre Ziele, viel Spaß und Erfolg auf Ihrem Weg!

 

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